Im Jahr 2025 beförderte eine große Fluggesellschaft aus den Vereinigten Staaten rund 16,1 Millionen Passagiere auf Langstreckenflügen. Nach Angaben der US-Verkehrsbehörde war dies das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens für Interkontinentalflüge. Das Ergebnis lag etwa 5 % höher als im Jahr 2024, das zuvor den Rekord gehalten hatte. Insgesamt flog fast jeder siebte Langstreckenpassagier aus den USA mit dieser Airline.
Doch Flugpläne ändern sich ständig. Während neue internationale Verbindungen geplant werden, müssen andere Strecken wieder gestrichen werden. Für das Jahr 2026 sind zwar mehrere neue Langstrecken geplant, darunter auch eine ungewöhnliche Verbindung von einer großen Stadt im Süden der USA in den Nahen Osten. Gleichzeitig wurden jedoch einige bestehende Routen aus dem Programm genommen.
Zwei Langstrecken endeten bereits im März 2025
Eine Analyse der Flugpläne seit Anfang 2025 zeigt, dass sechs internationale Langstreckenverbindungen eingestellt wurden. Dabei handelt es sich nicht um kurzfristige Sonderflüge oder vorübergehende Änderungen, sondern um echte Streichungen im Streckennetz.
Eine Strecke zwischen Boston und Tel Aviv wurde vorübergehend ausgesetzt. Hintergrund sind politische Spannungen und Sicherheitsprobleme in der Region. Es ist derzeit unklar, wann diese Verbindung wieder aufgenommen wird.
Ebenfalls im März 2025 endete eine eher ungewöhnliche Verbindung zwischen Orlando und einem großen Flughafen in London. Die Strecke war erst im Oktober 2024 gestartet und wurde meist viermal pro Woche geflogen. Die Flüge starteten häufig kurz nach Mitternacht, was für viele Reisende nicht ideal war. Auch die Nachfrage blieb eher niedrig. Im Durchschnitt waren nur rund 63 % der Sitze besetzt, und in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 sogar nur etwa 60 %.
Zur gleichen Zeit wurde auch die Strecke Boston – São Paulo beendet. Diese Verbindung war von Anfang an nur als vorübergehende Lösung geplant. Sie ersetzte kurzfristig einen Partnerflug, der später wieder aufgenommen wurde. Der letzte Flug auf dieser Strecke startete am 27. März 2025, und wenige Tage später übernahm wieder eine andere Airline die Verbindung.
Während der kurzen Betriebszeit wurden etwa 15.000 Passagiere befördert, und rund 80 % der Sitze waren besetzt. Ein Jahr zuvor hatte die andere Fluggesellschaft auf derselben Strecke jedoch mehr Passagiere transportiert und eine noch höhere Auslastung erreicht.
Drei weitere Strecken endeten zwischen Juni und Oktober
Im Juni 2025 wurde auch die Verbindung zwischen Los Angeles und Papeete in Französisch-Polynesien eingestellt. Diese Strecke wurde erst im Dezember 2022 gestartet und war hauptsächlich für Urlauber gedacht. Die Entfernung beträgt mehr als 6.500 Kilometer pro Richtung.
Die Flüge fanden nur zu bestimmten Zeiten im Jahr statt und wurden dreimal pro Woche angeboten. Trotz des attraktiven Reiseziels blieb die Nachfrage begrenzt. Insgesamt nutzten rund 58.000 Passagiere diese Verbindung, doch die Flugzeuge waren durchschnittlich nur zu 67 % ausgelastet.
Ein Teil der Reisenden nutzte den Flug auch nur als Anschluss zu anderen Städten in den USA. Gleichzeitig gab es starke Konkurrenz auf ähnlichen Routen von anderen Flughäfen an der Westküste.
Im September 2025 endete außerdem die Strecke zwischen New York und einem zweiten großen Flughafen in London. Mehrere Fluggesellschaften hatten diese Verbindung zuvor angeboten, entschieden sich jedoch später, ihre Flüge auf den größten Londoner Flughafen zu konzentrieren.
Nur einen Monat später, im Oktober 2025, wurde auch die Verbindung zwischen New York und Genf eingestellt. Diese Strecke war erst 2023 wieder aufgenommen worden, nachdem sie viele Jahre lang nicht existiert hatte.
Nur eine Langstrecke wurde bisher 2026 gestrichen
Im Jahr 2026 wurde bislang nur eine weitere Langstrecke eingestellt: die Verbindung zwischen New York und Brüssel. Diese Route wurde über viele Jahre hinweg täglich geflogen. Im Jahr 2025 reduzierte die Airline jedoch die Zahl der Flüge auf vier pro Woche.
Außerdem gab es zu Beginn des Jahres 2025 weniger Flüge, und im Februar wurden sogar keine Verbindungen angeboten. Dieser Monat gilt für Transatlantikflüge als besonders schwierig, da die Nachfrage in der Winterzeit oft sinkt.
Durch die geringere Anzahl an Flügen sank auch die Zahl der verfügbaren Sitzplätze um fast 50 %. Die Zahl der Passagiere ging ebenfalls deutlich zurück – von rund 258.000 im Jahr 2024 auf etwa 178.000 im Jahr 2025.
Auch die durchschnittliche Auslastung der Flugzeuge fiel leicht, von 83 % auf etwa 79 %. Selbst in den stark gebuchten Sommermonaten wurde keine deutlich höhere Auslastung erreicht.
Nach dem Ende dieser Verbindung bleibt nur noch eine andere Fluggesellschaft auf dieser Strecke aktiv. Sie dürfte von der geringeren Konkurrenz profitieren und ihre Marktposition weiter stärken.
Fazit
Die Entwicklung zeigt deutlich, wie dynamisch internationale Flugnetze sind. Selbst bei starkem Wachstum und steigender Nachfrage müssen Fluggesellschaften regelmäßig prüfen, welche Strecken wirtschaftlich sinnvoll sind.
Neue Routen können spannende Möglichkeiten eröffnen, doch nicht jede Verbindung bringt langfristig genug Passagiere. Wenn die Nachfrage zu niedrig ist oder starke Konkurrenz besteht, entscheiden sich Airlines oft dafür, ihre Ressourcen auf profitablere Strecken zu konzentrieren.
Für Reisende bedeutet das: Flugangebote können sich schnell ändern. Während einige Ziele verschwinden, entstehen an anderer Stelle neue Verbindungen – und damit neue Möglichkeiten zu reisen.







