Flugverfolgung live – so verfolgen Sie jeden Flug
Flugverfolgung funktioniert so: Jedes moderne Verkehrsflugzeug meldet über seinen Transponder laufend Position, Höhe, Geschwindigkeit und Kennung, im Klartext und ohne jede Verschlüsselung; das Verfahren heißt ADS-B. Ein weltweites Netz aus Empfangsantennen fängt diese Meldungen auf, und ein Flugradar setzt sie zu einer Live-Karte des Luftverkehrs zusammen. Mehr steckt nicht dahinter: kein Geheimnis, keine Sonderrechte, nur Funkempfang und eine gute Karte.
Auf dem Flugradar auf dieser Seite sehen Sie Flugverfolgung live in Aktion: Jedes Symbol steht für ein Flugzeug, dessen Signale in diesem Moment wirklich empfangen werden. Diese Seite erklärt, wie diese Technik arbeitet, was Sie auf der Karte sehen können und, genauso wichtig, was nicht. Denn ein Flugradar kann nur zeigen, was seine Empfänger tatsächlich hören. Suchen Sie dagegen einen bestimmten Flug, führt der kürzeste Weg über die Seiten Flug verfolgen und Flug mit Flugnummer verfolgen.
Vom Signal zur Karte
Der Weg vom Flugzeug auf Ihren Bildschirm ist kurz. Der Transponder an Bord strahlt sein Datenpaket mehrmals pro Sekunde ab; eine Bodenantenne in Reichweite hört mit und reicht die Meldung über das Internet weiter, und wenige Sekunden später steht die Position auf der Karte. Wir betreiben dafür auch eine eigene Empfangsstation, die ihre Daten in das Empfängernetz einspeist, aus dem dieses Radar gespeist wird; wir sind also nicht nur Abnehmer fremder Quellen. Frische Positionen treffen etwa alle 10 bis 20 Sekunden ein, die Bewegung dazwischen rechnet das Radar aus Kurs und Tempo hoch, damit die Symbole gleichmäßig gleiten; reißt der Empfang länger ab, ist die Position ausdrücklich als Schätzung gekennzeichnet, bis wieder ein echtes Signal da ist. Den vollständigen Weg vom Funksignal bis zur Karte, Schritt für Schritt und mit allen Details, beschreibt die Seite Wie funktioniert Flugverfolgung?
Was Sie sehen und was nicht
Ein ehrliches Flugradar nennt auch seine Grenzen. Drei davon sollten Sie kennen.
Militärflugzeuge. Militärmaschinen senden häufig gar nicht oder in Betriebsarten ohne Positionsmeldung; dann fehlen sie auf jeder öffentlichen Karte, nicht nur auf dieser. Ist ihr Transponder dagegen aktiv, erscheint die Maschine bei uns und ist als Militärflug erkennbar. Auch Polizei- und Rettungshubschrauber sind sichtbar, solange sie senden; ihnen widmet sich unser eigenes Hubschrauber-Radar.
Gesperrte Kennzeichen. Manche Eigentümer von Geschäfts- und Privatflugzeugen lassen ihr Kennzeichen bei den Datenquellen ausblenden. Das Flugzeug fliegt und sendet, taucht aber bewusst nicht oder nur anonymisiert auf der Karte auf.
Ozeane und dünn besiedelte Gebiete. ADS-B-Antennen stehen an Land, und ihre Reichweite endet am Funkhorizont. Mitten über dem Atlantik hört deshalb lange Zeit niemand mit; dort zeigt die Karte eine gerechnete, als geschätzt gekennzeichnete Position statt einer Messung. Dazu kommen Kleinflugzeuge und historische Maschinen ohne passenden Transponder. Linienflüge über Land erfasst das Netz dagegen fast ohne Lücke; praktisch jeder Urlaubs- oder Geschäftsflug lässt sich vollständig verfolgen.
Flugroute verfolgen
Wer einen Flug nachverfolgen will, schaut hier in Wahrheit den Messpunkten zu. Die Linie hinter einem angeklickten Flugzeug ist die bereits geflogene Flugroute, und sie besteht aus genau den Positionen, die das Empfängernetz gemeldet hat; die Linie davor ist keine Messung, sondern der berechnete restliche Weg zum Ziel samt Fortschritt und restlicher Flugzeit. Wie aus Position und Flugplan die Ankunftszeit wird, erklärt die Seite Flugzeiten; ob Ihre Maschine damit im Plan liegt, prüfen Sie unter Ist mein Flug pünktlich?
Dass eine Routenlinie Lücken hat oder scheinbar mitten im Flug endet, hat fast immer denselben Grund: Gezeichnet wird nur, was empfangen wurde. Verlässt eine Maschine das Empfangsgebiet, fliegt sie weit entfernt niedrig hinter dem Horizont oder quert sie ein Seegebiet ohne Antennen, fehlen die Punkte, und die Linie reißt ab. Der Flug selbst geht ganz normal weiter, nur die Messung fehlt. Sobald die Maschine wieder in Reichweite kommt, setzt die Linie fort.
Einen gelandeten Flug nachverfolgen
Auch ein Flug, der schon gelandet ist, lässt sich in Grenzen nachverfolgen: Öffnen Sie einen aktuellen Flug derselben Maschine und wechseln Sie zum Reiter Früher. Dort stehen die früheren Flüge dieser Maschine aus unserem eigenen Logbuch, das seit dem 17. August 2026 gefüllt wird und deshalb noch nicht weit zurückreicht; für Lücken in diesen Routen gilt dasselbe wie oben.
Häufige Fragen zur Flugverfolgung
Ist Flugverfolgung legal?
Ja. ADS-B-Meldungen sind absichtlich offen: Flugsicherung und andere Flugzeuge sollen sie mithören können, verschlüsselt wird nichts. Wer diese frei empfangbaren Daten auffängt und darstellt, verstößt weder in Deutschland noch in der EU gegen ein Gesetz; auf dieser Grundlage arbeitet jedes öffentliche Flugradar.
Warum springt ein Flugzeug auf der Karte?
Weil zwischendurch echte Messungen fehlten. Solange kein Signal ankommt, schreibt das Radar die Position aus Kurs und Geschwindigkeit fort; die nächste Messung korrigiert dann die Abweichung. Kurze Lücken überbrückt unser Radar, indem das Symbol zur richtigen Position gleitet. Erst nach einer langen Funkstille, etwa hinter einem Ozeanabschnitt, kann die Korrektur trotzdem wie ein Sprung wirken.
Was ist ADS-B?
ADS-B steht für Automatic Dependent Surveillance-Broadcast. Das Flugzeug bestimmt seine Position selbst per Satellitennavigation und strahlt sie zusammen mit Höhe, Geschwindigkeit, Kurs und Kennung laufend auf 1090 MHz aus. Jeder mit einer einfachen Antenne kann diese Meldungen empfangen; sie sind die Grundlage der modernen Flugverfolgung.
Wie genau ist die Höhe?
Die angezeigte Höhe ist in der Regel die barometrische Höhe: aus dem Luftdruck abgeleitet, bezogen auf den Standardwert 1013 hPa. Je nach Wetterlage kann sie um einige zehn bis wenige hundert Meter von der tatsächlichen Höhe über dem Boden abweichen. Für die Praxis, also steigt die Maschine, sinkt sie, fliegt sie auf Reiseflughöhe, ist die Angabe sehr zuverlässig.