Die australische Fluggesellschaft Qantas steht vor neuem juristischem Ärger. Lizenzierte Flugzeugingenieure klagen gegen die Entscheidung der Airline, wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit der neuen **Airbus A321XLR-Flotte auszulagern. Betroffen sind vor allem Ingenieure an den Standorten Sydney und Melbourne.
Die Australian Licensed Aircraft Engineers Association hat Klage beim Bundesgericht eingereicht. Sie wirft Qantas vor, bestehende Arbeitsvereinbarungen verletzt zu haben. Zuvor war der Streit bereits bei der Fair Work Commission anhängig. Kernpunkte sind fehlende Abstimmung mit den Beschäftigten und Sorgen um die langfristige Sicherheit der Arbeitsplätze.
Streit um ausgelagerte Aufgaben
Die Gewerkschaft kritisiert, dass Qantas Aufgaben wie „Receive and Dispatch“ (Abfertigung des Flugzeugs vor und nach dem Flug) sowie das Schleppen der Flugzeuge den lizenzierten Technikern entzogen hat. Diese Tätigkeiten machen laut Berichten einen großen Teil der täglichen Arbeit der Linien-Ingenieure aus.
Künftig übernehmen externe Bodenabfertiger diese Aufgaben. Dazu gehören Swissport und Menzies Aviation.
Die Ingenieure betonen, dass das Schleppen von Flugzeugen kein einfacher Vorgang ist. Dabei müssen unter anderem der Bremsdruck überwacht, Geschwindigkeiten eingehalten und die Schleppstange korrekt angebracht werden. Fehler können Sicherheitsrisiken mit sich bringen.
Der Fall wird vor dem Federal Circuit Court of Australia verhandelt. Die erste Anhörung ist für den kommenden Monat angesetzt.
Flottenumbau bei Qantas
Qantas hat 48 Flugzeuge des Typs A321XLR bestellt. Dieses Modell soll in den kommenden Jahren das Rückgrat der Kurz- und Mittelstreckenflotte werden. Die neuen Jets ersetzen schrittweise die Boeing 737-800 und sollen auch mehr Verbindungen in Australien und nach Südostasien ermöglichen.
Mehrere A321XLR sind bereits im Einsatz, weitere stehen kurz vor der Auslieferung. Die Maschinen bieten Platz für knapp 200 Passagiere, darunter auch eine Business Class. Ein Teil der Flugzeuge wird für längere Strecken mit flachen Sitzen in der Business Class ausgestattet.
Qantas erklärt, dass die Auslagerung von Schlepp- und Abfertigungsaufgaben den Ingenieuren mehr Zeit für wichtige Wartungsarbeiten geben soll. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass in diesem Jahr viele neue Techniker eingestellt werden, um den Flottenausbau zu unterstützen.
Rechtlicher Hintergrund und mögliche Folgen
Der aktuelle Streit folgt auf einen früheren Rechtsfall, bei dem Qantas wegen der Auslagerung von rund 1.800 Bodenjobs während der Corona-Zeit verurteilt wurde. Damals hatte die Gewerkschaft Transport Workers Union geklagt.
Das oberste Gericht, der High Court of Australia, erklärte das Vorgehen von Qantas für rechtswidrig. Zuvor hatten bereits der Federal Court of Australia und Richter Michael Lee hohe Strafen und Entschädigungen angeordnet.
Qantas versichert, dass durch die aktuellen Änderungen keine bestehenden Stellen verloren gehen. Die Gewerkschaft sieht jedoch Risiken für die Zukunft, vor allem wenn weitere neue Flugzeuge in Dienst gestellt werden.
Mit dem Ausbau der Flotte wird das Thema Arbeitsbeziehungen für Qantas weiter wichtig bleiben. Wie das Gericht entscheidet, könnte Einfluss darauf haben, wie technische Aufgaben in der australischen Luftfahrt künftig verteilt werden.







